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Machbarkeitsstudie der Bäderlandschaft in Waldshut-Tiengen


Ausgangssituation


Die Stadt Waldshut-Tiengen verfügt über zwei Freibäder, die beide konventionell durch Chlorierung gereinigt werden. In einer Bestandsaufnahme vom 17.12.2014 beschreiben die Autoren der Stadtwerke Waldshut-Tiengen GmbH sehr genau, welche Problematik in beiden Bädern besteht. Gemeinsam haben die Bäder eine aktuell sehr mangelhafte Wasseraufbereitung, einen umfassenden Sanierungs- und Reparaturbedarf sowie einem damit verbundenen Investitionsaufwand. Improvisationen können den Betrieb nicht auf Dauer aufrecht erhalten, technische Neuerungen sind daher unabdingbar, um den Badegästen eine unbedenkliche Wasserqualität bieten zu können und die Gefahr des Schließen-Müssens abzuwenden.

 


Projektziel


Als Projektziele sehen wir, dass die Stadt Waldshut-Tiengen über zwei technisch einwandfreie Freibäder verfügt und damit den unterschiedlichen Ansprüchen der Nutzer in vollem Maße gerecht wird. Ein Freibad mit vollbiologischer Wasseraufbereitung bietet den deutlichen Vorteil des Alleinstellungsmerkmals und ist die kostengünstige Alternative zur Sanierung beider Bäder in konventioneller Weise. Ein Naturerlebnisbad in Waldshut oder Tiengen wird also für Einwohner und Gäste eine attraktive Alternative zum konventionellen Freibad. Besucher aller Altersstrukturen sollen gleichermaßen Spaß und Lebensfreude in der neuen, naturnahen Badeanlage mit hohem Freizeit-, Spiel- und Begegnungswert erleben und genießen können. Wasser als vielseitiges Medium bietet dafür die ideale Voraussetzung und versetzt Badegäste jedes Alters fast in Schwerelosigkeit. Sich entspannen, spielen, sanfte Wassergymnastik oder anstrengende Fitness, alles ist möglich und das Angebot wird durch eine Reihe unterschiedlicher Attraktionen abgerundet. Ein kostengünstiger Ausbau oder Teilausbau des bestehenden Freibades in ein Naturerlebnisbad mit naturnaher Wasseraufbereitung und Erlebnisattraktionen in Waldshut oder Tiengen ist grundsätzlich sehr gut möglich. Wichtiges Ziel ist es dabei, das Bad für alle Nutzer attraktiver zu machen. Einerseits, indem man das Bad kostengünstiger als in einer herkömmlichen Sanierung in ein Naturbad umbaut und so ein Alleinstellungsmerkmal erzeugt und andererseits, indem die Außenanlage mit Spielplatz und Gastronomiebereich aufgewertet wird. Insgesamt ist eine erhebliche Kostenersparnis bezüglich Sanierung, aber auch Unterhaltung gegenüber einer konventionellen Freibadanlage möglich. In der vorliegenden Machbarkeitsstudie zeigen wir für die Freibadäder Waldshut und Tiengen jeweils eine ansprechende Gestaltungsidee und Realisierung auf. Dabei stehen alle Vorschläge für eine Grundidee und erste Grundlage, die bei einer weiteren Planung gerne gemeinsam optimiert und ausgebaut wird.

 

 

Waldshut

 


Das Freibad in Waldshut bietet als Freibad mit vollbiologischer Aufbereitung einige Besonderheiten: Der Aufbereitungsbereich liegt im Unterschied zur Planung für das Freibad in Tiengen separat, da eine großzügige Freifläche vorhanden ist und die ohnehin für die große Besucherzahl geringe Wasserfläche nicht beschränkt werden soll. Die Versorgungsgebäude und Attraktionen liegen auf einer Linie, einer "Erlebnisachse". Der Drehpunkt der Gestaltung ist das Kinderplanschbecken.

 

 

Die technische Durchströmung ist bisher nur sehr unzulänglich in Längsrichtung vorhanden. Sinnvoll ist dagegen eine Querdurchströmung aus einer Leitungstrasse, die durch eine zweite Mauer aus Beton entsteht. Zwischen beiden Wänden liegen die Ver- und Entsorgungsleitungen, der Vorfilter und darüber ein attraktiver Holzsteg. Diese Linie bildet eine zweite Achse in der Gesamtgestaltung.

 

 

Eine bogenförmige Linie teilt den sehr lebendigen, aktiven und somit eher lauten Bereich im Südosten (möglicherweise etwas erhöht gegen Hochwasser) vom ruhigeren Bereich am Rhein ab. Kontraste entstehen durch die geradlinigen Achsen und organischen, natürlichen Bogenverläufe.

 

Präsentationsplakat Waldshut

 

 

 

 

 

 

 

 

Tiengen

 


Das Freibad in Tiengen erweist sich durch eine Umplanung und Sanierung als ein ebenso attraktives wie funktionales Naturbad. Der Bestand lässt sich ideal nutzen, um mit einer überplanten neuen Form geschickt zu kaschieren und das alte Bad dennoch ablesbar zu lassen. Mit Vorfilter, Aufbereitungsbereich und der umfassenden neuen Bepflanzung verwandelt sich das Bad in eine Oase. Das massiv gebaute Bestandsbad dient als Rahmen und Unterbau für das Naturbadkonzept. So werden kostenintensive Abbrucharbeiten eingespart und der stabile Untergrund sinnvoll genutzt. Setzungen in den Flächen und defekte Steinplatten haben ohnehin eine Sanierung notwendig gemacht. Die neue Gestaltung unterbricht mit einer geschwungenen Linie die bestehenden klassischen Rechtecke und dient als Begrenzung für den Aufbereitungsbereich, integriert eine Rutsche in den Nichtschwimmerbereich, die Umrandung eines Holzdecks und wird Bestandteil von Klettermöglichkeiten und anderen Attraktionen.

 

 

Der bisher als Nachteil gesehene Höhenunterschied im gesamten Bad wird zum Vorteil und zur Besonderheit durch dieses geschwungene neue Element. Die verschiedenen Höhen lassen unterschiedliche Bereiche entstehen, wie etwa ein tiefer liegendes Kinderplanschbecken als Rückzugsort, das mit einem Wasserfall ergänzt werden kann. Der Nutzungsbereich liegt zwischen zwei Liegeflächen und ist somit optimal einsehbar und leicht zu erreichen. Das nicht mehr in Betrieb stehende Pumpenhäuschen wird rückgebaut und es entsteht hier eine Sitztribüne mit tiefen Stufen für den Gastronomiebereich, der sich zum Bad hin öffnet. Die massiven Böschungsbefestigungen werden immer wieder "aufgebrochen". Die geschwungene Linie der Gestaltung wird zu einem schwebenden Steg über dem ehemaligen Schwallbehälter und reicht bis über den Nichtschwimmebereich. Dort bietet ein fest montiertes Netz Klettermöglichkeiten. Der Holzsteg führt wie in einer "Steilkurve" weiter und rahmt den Sandkasten mit Matschbereich/Wasserspielplatz, der in das bestehende Becken integriert wird. Mit Wassersprudlern und Spritzgeräten ist Spaß garantiert. Dieser Bereich wird an einen separaten Reinigungskreislauf angeschlossen. Ein Sprungturm entsteht ebenfalls aus dem geschwungenen Element mit zwei unterschiedlich hohen Absprungplattformen. Von einem oder drei Metern Höhe landet man im 3,8m tiefen Wasser.

 

Der Aufbereitungsbereich liegt hier separiert, aber integriert im Schwimmerbecken und unterteilt dieses (die vorherige Schwimmerbahn war nur 49,6m lang). Durch die bisher für die Besucherzahl sehr große Wasserfläche ist dies unproblematisch möglich. Dennoch werden, um den Nutzungsbereich nicht zu stark zu verkleinern, zwei vollständige Aufbereitungsbereiche übereinander aufgebaut (doppelte Höhe). Eine Kaskade im Aufbereitungsbereich führt das Wasser in den Abzugsbereich. Der bepflanzte Aufbereitungsbereich schiebt sich über die vier Treppenstufen an der Längsseite des Beckenrandes hinaus und wird dort von einem Holzsteg mit Sitzbank gerahmt (zweite "Steilkurve"), von der man die attraktive Bepflanzung genießen kann.


Präsentationsplakat Tiengen