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Friedhofserweiterung Menzenschwand


Im Auftrag der Stadt St. Blasien wurde dieser vorliegende Beitrag erstellt, der einen Überblick über einen möglichen Erweiterungsbedarf des Friedhofs in Menzenschwand bieten soll. Es handelt sich hierbei um eine Analyse und Empfehlung der Weiterentwicklung des Friedhofs für die nächsten Jahren.

 

Grundsätzlich ist eine flexible Aufteilung von Doppel- und Einzelgräbern vorteilhaft, denn dies ermöglicht, angemessen auf die spezifischen Bedarfe/ Nachfragen reagieren zu können. Eine Durchmischung führt zu einer erleichterten Grabfeldvergabe und -organisation, da individuellen Wünschen entsprochen werden kann. Die heterogene Gestaltung des Friedhofs entspricht so auch der sehr heterogenen Gestaltung der Gräber und Grabmahle selbst. Für die Gestaltung ist ein geschlossener Rahmen wichtig, sodass eine Art Passepartout entsteht, das den zentralen Platz mit seiner Blickachse gekonnt einbindet. Diese Achse bietet einen wunderschönen Bezug und Blick ins Tal und lässt den Friedhof mit der Landschaft der Umgebung verschmelzen.

 

 

Im Allgemeinen lässt sich in den letzten Jahren ein Wandel der Bestattungsarten feststellen: es werden Verstorbene vermehrt in einer Urne beerdigt als dies vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Diesen Veränderungen soll bei der Friedhofsplanung Rechnung getragen werden.

 


Für Menzenschwand zeigen die nachfolgenden Abbildungen die Art der Bestattung (mit Sarg oder Urne), die reservierten Doppelgräber und frei werdende Gräber, die durch eine voraussichtliche Auflösung entstehen (können). 31 Doppelgräber sind derzeit vorhanden, bei denen der zweite Platz bisher nicht genutzt wird. Die aktuell acht ausgewiesenen Doppelgräber ließen sich auch als 16 Einzelgräber aufteilen - je nach Bedarf. Eine Nachverdichtung am Rand wie bereits angedacht ermöglicht eine größere Zahl an zusätzlichen Urnengrabstätten sowie bis zu acht zusätzliche Einzelgräber (s. Lageplan).

 


Das oben stehende Diagramm zeigt, dass bei anhaltender Zahl an Bestattungen und Bestattungsart (z.B. Urne) die vorhandenen Plätze für weitere 3-5 Jahre reichen werden, da in dieser Zeit ausreichend neue Grabfelder frei werden (s. Lageplan). Man kann auch darüber hinaus von einer ausreichenden Anzahl an freien Gräbern ausgehen. Zu empfehlen ist allerdings, das Angebot an Urnengräbern zu erweitern, so wie es bereits angedacht ist. Möglich ist dabei auch Flächen für Kindergräber als Urnengrabstellen zu nutzen und zu erweitern. Das anonyme Grabfeld könnte beim großen Kreuz entstehen.

 


Laut Herrn Say (bisheriger Planer/ Landschaftsarchitekt) sei im Zentrum nur oberflächlich Boden ausgetauscht bzw. eingebracht worden, sodass sich darunter Fels befindet. Aus diesem Grund kann dort anfallendes Niederschlagswasser kaum oder gar nicht versickern, sodass sich Moose und ein kleiner Sengenflur gebildet haben. Eine Erschließung dieses Bereichs wäre mit erheblichen Kosten verbunden und wie oben im Diagramm gezeigt nicht notwendig. Würde man das Zentrum wie ursprünglich geplant (1989) "erschließen", würde dies dazu führen, dass etliche Gräberlücken im Randbereich entstehen; der Rahmen würde perforiert werden, also gestalterisch "auseinander fallen" und das Gesamtbild somit negativ verändern.


Wir präferieren aus diesem Grund, wie auch Herr Say (laut Telefonat vom 26.05.2015), die Randbereiche geschickt auszunutzen, sowie wenn nötig nach zu verdichten, wo einst Pflanzungen geplant waren. So bleibt die Gestaltung weiterhin so ansprechend wie sie sich heute darstellt. Empfehlenswert ist es, die beiden abgestorbenen Kirschbäume wieder zu ergänzen, damit der Charakter der Landschaft in Form der Gehölze in den Friedhof "fließt". An manchen Stellen lässt ich der Rasen ideal durch eine spezielle Blumenwiese ergänzen, um so die angedachte Gestaltung des eingebundenen Friedhofs mit zentraler Achse zu unterstreichen.