CH-Würenlos | Machbarkeitsstudie Naturbad mit Spielerlebniswelt November 2010

Zugang

Das Bad wird von einem Zugang in Süden erschlossen und spannt sich für den Besucher V-förmig auf. Die unterschiedlichen Nutzergruppen werden auf diese Weise automatisch getrennt.

Die abgebildeten Pfeile im Vorentwurf zeigen die Räume und deren Größe der einzelnen Nutzergruppen. Dabei lassen sich die einzelnen Bereiche nicht strikt voneinander abtrennen, es handelt sich vielmehr um fließende Grenzen.

Gelände

Das Gelände ist eine künstlich erstellte hügelige Landschaft, vom damaligen Planer eventuell der Züricher Hügellandschaft nachempfunden. Der größte Hügel im Süden bildet den Hintergrund für den Sprungbereich, in dem bisher die Technikausstattung ihren Platz findet, sowie eine Tribünenanlage, die parallel zum Sportschwimmbecken angeordnet ist. Von dort genießt man einen hervorragenden Überblick.

Am südlichen Ende des Hügels liegt das Kinderplanschbecken und einige, eher spärlich angeordnete Spielgeräte.

100708 NB Wuerenlos Vorentwurf

Beckenanordnung und -form

Die Anordnung der Becken bietet interessante Aufenthaltsflächen und trennt die einzelnen Nutzergruppen voneinander.

Das aus dem Boden ragende Schwimmbecken im Wiemel-Badi ist eine Besonderheit. Man spricht von einem so genannten „Infinity-Becken“; dieses hat einen Überlaufrand, der exakt mit der Wasseroberfläche abschließt. Durch das Fehlen einer sichtbaren Grenze wirkt das Wasserbecken größer. Da sich kein sichtbarer Rand ins Blickfeld schiebt, scheint es nahtlos mit der Umgebung oder dem Himmel zu verschmelzen. Diese tolle Eigenschaft soll bei der Überplanung erhalten bleiben, da die „infinity edge“ gerade bei naturnah gestalteten Bademöglichkeiten besonders wirkt.

Lediglich die Form und die Randeinfassung werden an manchen Stellen verändert. Die unregelmäßige Grundform wird durch Hinzufügen von Vorfilter und Holzdecks erweitert. Dabei werden die ungewöhnlichen Abwinkelungen in der Gesamtform aufgegriffen und zu einem stimmigen Gesamtbild ergänzt. Die einzelnen Bereiche von Nichtschwimmern und Schwimmern bleiben weiterhin eindeutig und gut ablesbar. Die neu entstehende Form ist eine spannende Mischung aus geradlinigen Kanten des Beckenrandes und der Terrassenstufen und abgerundeten Ecken der Vorfilter und Randeinfassung. Die Abrundungen lassen das Ganze interessanter und natürlicher wirken, die Anlage schmiegt sich buchstäblich in das Grundstück mit seiner leicht geschwungenen, hügeligen Topographie ein.

Da das Becken an einem interessanten, terrassierten Hang liegt, bietet es sich an, ein dekoratives Wasserspiel oder einen Wasserlauf zu inszenieren. So werden den Kindern Spielmöglichkeiten gegeben, die auch durch Rutschen und weitere Spielgeräte ergänzt, zu großem Vergnügen am Wasser einladen. Auch die Kletterwände im Sprungbereich binden den Höhenunterschied im Bad harmonisch ein.

 

101029 NB Wuerenlos Bestandsschnitt L Längsschnitt Bestand

101029 NB Wuerenlos Bestandsschnitt Querschnitt Bestand

Attraktionen

In der Neuplanung soll sich vom Kinderplanschbecken eine Spiellandschaft den Berg hinauf ziehen. Dabei werden teilweise die Hecken unter den Bäumen und die unteren Äste der Bäume entfernt, um eine bessere Verknüpfung der einzelnen Spielräume zu erhalten, aber immer noch die Möglichkeit kleiner, geschützter Räume zu haben.

Alle Hügel miteinander bilden Räume und Teilräume auf dem Gelände, mit der Möglichkeit unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten zu erzeugen: Offenheit oder Geborgenheit, unter den Bäumen oder auf der Wiese. 

Der bisherige Spielplatz bietet nur wenige Attraktionen, eine Neugestaltung wird mit Spiel- und Freizeitangeboten für unterschiedlichste Nutzergruppen und Generationen überzeugen. Durch die Überlagerung und Verbindung der Spiel- und Freizeitangebote des Naturbades entsteht ein kreatives Miteinander der Badegäste im Wiemel-Badi. Ein attraktiver Spielbereich ist insbesondere für eine ganzjährige Nutzung interessant. Hierbei sind auch wechselnde weitere Freizeitangebote denkbar wie Schlittschuhfahren, Grillen, Rodeln usw.

Die östliche Freifläche ist für Bewegungs- und Ballspiele gedacht, bleibt frei von Geräten oder einschränkender Bepflanzung und unterscheidet sich somit von den anderen Bereichen bewusst.

Der Spielplatz im Bad Wiemel wird eine Vielzahl sehr verschiedener Spielstationen anbieten, um kindgerechte Lernsituationen zu ermöglichen. Unverzichtbare klassische Angebote wie z.B. Sand, Rutsche und Schaukel befinden sich auf unterschiedlichste Weise inszeniert, neben einer Reihe neu zu entdeckender Attraktionen.

Der Baumbestand im Bereich des Spielplatzes bleibt erhalten. Sämtliches Strauchwerk wird dagegen entfernt. So werden Sichtachsen wiederhergestellt und der Spielplatz wird zu einem klar überschaubaren, öffentlichen Raum, an dem für die Eltern eine gute Übersicht gewährleistet ist. Alle Materialien für die Spiellandschaft sind sorgfältig ausgewählt, robust, langlebig, haptisch und gestalterisch anspruchsvoll.

Zusammengefasst lassen sich unsere Konzepte folgendermaßen beschreiben:
Wir werden die privilegierte naturräumliche und bauliche Qualität des Freibads Wiemel durch wenige Eingriffe unterstützen. Die formale Sprache der Maßnahmen imitiert nicht die Natur, sie zeigt vielmehr ein Zusammenspiel von Bestand und natürlich anmutenden Elementen. Durch neue Attraktionen wird das Bad wieder zu einem Anziehungspunkt für Groß und Klein.

Wir haben für Sie auf dieser Grundlage vier unterschiedliche Varianten entwickelt mit unterschiedlichen Raumordnungsmodellen und den unterschiedlichsten Attraktion, die sich leicht miteinander kombinieren lassen.

 

100708 NB Wuerenlos VorentwurfV1 Variante 1

100708 NB Wuerenlos VorentwurfV2 Variante 2

100708 NB Wuerenlos VorentwurfV3 Variante 3

100708 NB Wuerenlos VorentwurfV4 Variante 4